Landshuter Zeitung/ Alfred Wiesner
Straubinger Tagblatt Am Holzacker 16
Leserbriefredaktion 84184 Tiefenbach
Betr: Grönlandkrise
In Davos war die Überraschung groß. Trumps Umkehr in der Grönlandfrage, sein Verzicht auf die angedrohten Zölle und plötzlich ist wieder alles gut? Die Kommentatoren waren sprachlos, eine schlüssige Erklärung für die Trumpsche Kehrtwende hatte keiner. Passiert war tatsächlich was und zwar an den Anleihemärkten drohten europäische Investoren amerikanische Papiere zu verkaufen. Dänemark hatte schon 100 Mio US-Staatsanleihen verkauft. Die Amerikaner sind nach wie vor stark auf die Finanzierung ihrer Defizite durch das Ausland angewiesen. Sie verbrauchen nach wie vor mehr als sie selbst produzieren und dieses Defizit hat seit Jahrzehnten auch Europa durch den Kauf von US Staatspapieren bezahlt. Ob Trump und seine Milliardäre diese enge Verknüpfung durch ihre Rundumschläge übersehen haben, weiß ich nicht, auf jeden Fall ist ein weiterer Zinsanstieg in Amerika für Trump eine Katastrophe. Eine Analyse einer deutschen Bank stellte kurz dar, dass die USA auf die Finanzierung durch uns angewiesen sind und sollten wir uns in großem Stil von diesen Staatsanleihen trennen, wäre dies für Trump eine Katastrophe. In der Financial Times konnte jeder Amerikaner dies nachlesen und irgendwer musste es Trump erzählt haben. Also zurück, dachte Trump und alles wird wieder gut. Das Beispiel Grönland hat sehr schön gezeigt, dass Amerika sich nicht alles erlauben kann und wir in Europa sehr wirksame Gegenmittel zur Verfügung haben. Bevor wir sie einsetzen, sollten wir sie Trump aber erstmal aufzeigen.






